Agile Methoden im IT- und Prozess-Management: Durchbruch oder Träumerei?

Scrum, Kanban und Co außerhalb der Software-Entwicklung

Koblenz, Dienstag, 27. November 2012, 16:15 Uhr

Agile Methoden wie Scrum, Kanban oder Extreme Programming haben in den letzten Jahren die Welt der Software-Entwicklung gründlich durcheinandergeschüttelt. Fast alle großen und kleinen Software-Hersteller haben ihren Entwicklungsprozess grundlegend reformiert und sich nach eigener Darstellung von den unflexiblen, wasserfallorientierten Verfahren des Projekt- und SW-Entwicklungsmanagements verabschiedet.

Viele Probleme nicht-agiler Methoden scheinen durch die Umstellung auf kürzere Entwicklungszyklen, die Betonung der unmittelbaren Abstimmung mit den zukünftigen Nutzern und viele andere Organisationsprinzipien gelöst oder zumindest reduziert zu werden. Gleichzeitig fordern die neuen Ansätze die gesamte Organisation, da es nicht nur um technokratische Veränderungen, sondern vor allem auch um einen Wandel in Kultur und Arbeitsansatz geht.

Während agile Methoden in der SW-Entwicklung schon fest etabliert sind, sind diese Ansätze in den angrenzenden und in vielerlei Hinsicht verwandten Aufgabenstellungen des IT- und Geschäftsprozessmanagements noch eher innovativ und nicht umfassend verbreitet. Nur in Teilen ist nachvollziehbar, warum dies so ist.

Die Veranstaltung des Praxisforums BPM & ERP wirft einen Blick hinter die Kulissen agiler Methoden in den neuen Aufgabenfeldern. Praxisbeispiele zeigen deren Möglichkeiten und Grenzen, Anwendungsfelder und Einführungsszenarien sowie Möglichkeiten zur Nutzung agiler Methoden in Kombination mit etablierten Verfahren.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 27.11. in den Räumlichkeiten der Hochschule Koblenz, Campus Koblenz statt.

Agenda

16:15 - 17:00
Get Together - Networking mit kleiner Erfrischung

17:00
Begrüßung

Einführung: Agile Methoden, Scrum, Kanban (Prof. Dr. Komus, Prof. Dr. Gadatsch)

  • Studienergebnisse "Status Quo Agile":
    Verbreitung und Nutzen agiler Methoden
  • Scrum und Kanban im Prozess-, IT- und SAP-Management
  • Praxisbeispiel Scrum im IT-/SAP-Management

Open Processes - Prozessmanagement bei Products & Innovations, Deutschen Telekom AG

Andreas Apeldorn,
Product Owner Agile Collaboration, Deutsche Telekom AG

Weitere Informationen

Inhalt:

  • Das agile Manifest: "Interaktion und Kommunikation sind wichtiger als Prozesse und Tools"
  • Selbstorganisation mit Scrum und Kanban im Supplier Management Prozess
  • Agile Zusammenarbeit: Die Rolle von Social Media & Communities of Practice
  • ...und unterm Strich wird alles einfacher: Show Cases aus der Praxis

Andreas Apeldorn ist bei der Deutschen Telekom AG im Bereich Agile Capability Management bei Products & Innovation in Darmstadt beschäftigt.

Als Product Owner für Agile Collaboration Management ist er für die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von Open Processes verantwortlich, einem Social Media- und Scrum-basierten Prozessmanagement Ansatz, der durch das Telekom Center of Excellence für Enterprise 2.0 Anfang 2011 als "Leuchtturmprojekt" ausgezeichnet wurde. Vor seiner Tätigkeit bei der Telekom war Hr. Apeldorn bei namhaften IT Serviceunternehmen wie der Lufthansa Systems als Management Consultant, Process Owner und Projektleiter beschäftigt.

Andreas Apeldorn ist ITIL V3 Expert, Certified Scrum Master und hat an der Universität Göttingen als Diplom Kaufmann abgeschlossen.

  • Kurze Pause

Scrum in der Produktentwicklung eines Automobilzulieferers

Heinz Erretkamps,
Johnson Controls GmbH

Agile Produktentwicklung bei Johnson Controls Automotive Experience: Wie es funktioniert - und wie es zum Erfolg wurde.

Weitere Informationen

Inhalt:

Johnson Controls Automotive Experience ist ein Weltmarktführer in den Bereichen Autositze, Dachhimmelsysteme, Türverkleidungen und Instrumententafeln sowie Elektronik für den Fahrzeuginnenraum.

Unsere Fallstudie zeigt, wie Scrum in der automobilen Zuliefererindustrie für die mechanische Produktentwicklung angewendet wird. Als eine spezielle Adaptation haben wir "Nano"-Scrum entwickelt, um so besonders kurze Entwicklungszyklen bewältigen zu können - Die Teamleistung veranschaulichen wir mit Hilfe zweier so genannter Schlüsselindikatoren.

Erkenntnisse:

  • Das Scrum Framework funktioniert auch außerhalb der Software Industrie
  • Erfolg wird dem Management durch zwei Schlüsselindikatoren veranschaulicht
  • Kurze Iterationen können zu schnellen Erfolgen führen
  • Diskussion
  • Zusammenfassung und Ausblick (Prof. Dr. Komus, Prof. Dr. Gadatsch)
  • Anschließend Möglichkeit zum informellen Austausch

Die Veranstaltung richtet sich an Führungskräfte und Verantwortliche aus Anwenderunternehmen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wir freuen uns über Ihre Anmeldung unter info@bpmerp.de.

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